Beim Geothermieprojekt „Kirchweidach II“ startet am heutigen Montag die erste Bohrung. Seit knapp einem halben Jahr laufen am Bohrplatz neben der Halsbacher Waldbühne die Vorbereitungen. Rund drei Monate soll es nun dauern, bis die Bohrfirma H. Anger’s Söhne aus Hessisch Lichtenau das Tiefenwasser bei 3200 Metern erreicht und einen Schacht errichtet hat. Sollte die erste Bohrung – die Förderbohrung – wie prognostiziert fündig sein, wird die Firma mit der Reinjektionsbohrung starten.

Am gestrigen Sonntag hat am Bohrplatz ein kleiner Festakt anlässlich des Bohrstarts stattgefunden: der symbolische erste Meißelschlag mit kirchlicher Segnung. Eingeladen waren zu diesem Ereignis neben den Gemeinderatsmitgliedern aus Halsbach und Kirchweidach unter anderem auch die Nachbarn der neuen Geothermieanlage und Hausherr Martin Winklbauer. 

Das Projekt wurde in einer beachtlichen Zeitschiene auf den Weg gebracht:

- Im Juni 2018 wurde die großräumige Aufsuchungserlaubnis für Kirchweidach II  erteilt und ab Februar 2020 die 3D-Seismik im
  Gemeindegebiet von Halsbach und Burgkirchen durchgeführt.
- Im Juni 2020 lagen der Gemeinde dann die Ergebnisse der 3D-Seismik vor. Drei verschiedene Büros wurden von der Gemeinde   damit beauftragt, diese auszuwerten – und unabhängig voneinander seien alle drei übereinstimmend zu dem Ergebnis ge-
  kommen, dass der Bereich der Halsbacher Waldbühne ein äußerst vielversprechender Ort für eine Geothermiebohrung sei.
- Am 6. April 2021 hat der Kirchweidacher Gemeinderat in einer Sondersitzung entschieden, dass die Gemeinde das Geother-
  mieprojekt zusammen mit dem ortsansässigen Gemüsebauunternehmen Steiner durchführen wird. Anschließend hat die Ge-
  meinde die bergrechtliche Bewilligung für das Projekt beantragt.
- Im Januar 2022 hat die Gemeinde einen Erbbaurechtsvertrag mit der Familie Winklbauer als Eigentümer der Waldbühne ge-
  schlossen.
- Im April 2022 wurde der Förderantrag gestellt. 
- Im August 2022 haben die zuständigen Behörden der Gemeinde Kirchweidach schließlich die bergrechtliche Erlaubnis „Wald-
  weihnacht“ für die Aufsuchung von Erdwärme zu gewerblichen Zwecken erteilt. 
- Im September 2022 ist der Hauptbetriebsplan für den Bohrplatz genehmigt worden und die Baufirmen haben damit begonnen,
  diesen zu errichten.
- Am 8. November 2022 ist der Zuwendungsbescheid über eine Fördersumme von 15 Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsmi-
  nisterium eingetroffen 
- Am 20. Dezember  wurde der Bohrplatz fertig gestellt.
- Am 21. Dezember 2022 hat sich Peter Freiherr von Pastor vom Bergamt Südbayern die Bohrstelle vor Ort angesehen.
- Am 23. Dezember wurde der Sonderbetriebsplan für die Bohrung „Waldweihnacht GT 1“ beantragt.
- Ab 9. Januar 2023 hat die Bohrfirma dann ihre Anlage am Bohrplatz aufgebaut. 

Da müssen schon viele Räder zusammenpassen und sehr gut ineinandergreifen, um diese Timeline so hinzubekommen“, sagte Kirchweidachs Bürgermeister Robert Moser. Er bedankte sich bei allen Beteiligten sowie bei den Nachbarn und Grundstückseigentümern dafür. Er hoffe, dass die Arbeiten unfallfrei verlaufen und dass man – wie prognostiziert – fündig werde.

Mit dem Thermalwasser aus Halsbach sollen die Gewächshäuser der Firma Steiner beheizt und das Fernwärmenetz in Kirchweidach gespeist werden. Außerdem sind Leitungen nach Halsbach, Tyrlaching und Feichten vorgesehen.

Der Ortsgeistliche Pater Witold Kuman bat um Gottes Segen für die Bohrung und betete dafür, dass die Arbeiten unfallfrei ablaufen. 

Hier gibt es ein kurzes Video über den Bohrstart und die Einweihung